Clemens Sainitzer

Cellist/Composer/Improviser

Sunday Song #19 - Three Movements for Trio

so!

Die Besetzung Violine/Cello/Bass interessiert mich schon sehr lange, es gibt da bereits viele spannende Bands, das Arcado String Trio oder das Masada String Trio sind da (für mich) am wichtigsten.
Jetzt habe ich mir gedacht, wie ich diese Besetzung für mich am besten nutzen kann. Wie bereits bei einem älteren SundaySong erwähnt bin ich ja ein großer Freund der musikalischen Freiheit; jede Mitmusikerin und Mitmusiker soll und darf mit seiner individuellen Musikalität ans Werk gehen und soll selbst entscheiden, was wann wie passieren soll (wer bin ich, dass ich das vorgeben soll?).
ANDERERSEITS wäre auch eine Verbindung dieser zwei Welten der Freiheit und der Struktur recht spannend...es muss doch einen Weg geben, improvisierte Songs zu schreiben, in denen Struktur und Freiheit nebeneinander stehen und gleichwertige Teil sind...?

Auftritt des Improvisations-Konzepts. *Applaus*
(Das ist ja, finde ich, eigentlich ein blödes Wort - Konzepte für eine im Moment zu entstehenden Sache. Aber - und das ist das tolle -) Mit diesen Konzepten kann man die Grundstruktur einer Improvisation ganz gut festhalten bzw. vorgeben ohne all zu sehr in den musikalischen Fluss einzugreifen.

Also habe ich für diese Trio-Besetzung drei "Movements" geschrieben, die die Grundidee der Improvisation abstecken, aber keine allzu direkte Aussage über das musikalische Material machen. Neben zwei tonal und rhythmisch freien Sätzen findet sich auch ein rhythmischer (mit Tempoangabe). Ich will nämlich auch, dass mit dieser Besetzung gegroovt und soliert werden kann, das macht mir nämlich Spaß :)
Diese Konzepte sollen (für die Zukunft) alles beinhalten können: Basslinien, Melodien, Akkordwechsel, Stimmungen...je einfacher die Zelle ist, von der aus improvisiert wird, desto spannender! Vielleicht als improvisatorische Grundlagen Forschung?

Zur Entstehung ist anzumerken, dass zwei dieser Sätze aus Improvisationen mit zwei anderen, tollen Musikern entstanden sind (you know who you are!), mit denen ich gedenke weiter zu jammen und zu spielen (so sie denn möchten).

Zu den einzelnen Sätzen:
Beim Ersten geht es darum, ein frei improvisiertes "Thema" festzulegen, von dem aus improvisiert wird bzw. zu dem am Ende wieder zurück gekehrt werden soll. 

Zweiter Satz ist "der langsame" bei dem Cello und Violine die Begleitung eines Bass-Solos vornehmen.

Dritter Satz, der "außeschmeißer", soll richtig leiwand abgehen mit einem freien Teil in der Mitte. Als Thema soll wieder der Groove vom Beginn gespielt werden.

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