Clemens Sainitzer

Cellist/Composer/Improviser

Sunday Song #30 - The one where Mary walks by

Wieder eine Improvisation für Streichtrio...diesmal basierend auf einem meiner Lieblingslieder, "Maria durch ein Dornwald ging". 
Die Melodie ist mir wahrscheinlich grade wegen des plötzlichen Sommereinbruchs eingefallen (wegen Weihnachten...).
"Maria durch ein Dornwald ging" soll aber hier nicht 1:1 gespielt werden. Wie der Titel schon verrät, soll Maria nur beiläufig vorbei spazieren, die Melodie also höchstens zitiert oder sonst irgendwie verarbeitet werden. Wie das klingt: keine Ahnung, es muss wohl bald ausprobiert werden :)
Die Basslinie, die dann für weitere Ausflüge herhalten soll, ist mir schon vor einiger Zeit eingefallen. Mit gefällt die recht große Range am Instrument (am Cello deckt sie alle vier Saiten ab) und der Umstand, dass sie bewegt und ruhend zugleich ist. 

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Sunday Song #29 - Superman Sanitizer

Ich habe mir vor kurzem zwei Cajon-Beserln gekauft...ich wollte nämlich ausprobieren, wie das klingt, wenn ich damit auf dem Corpus des Carboncellos selber den Rhythmus spiele.
Es klingt recht gut, vor allem ist es cool, wenn ich dazu in der linken Hand noch eine Basslinie tappe. Das Ganze soll dann ungefähr nach HipHop klingen. Dazu wäre eine eigenartig-kantige Melodie in einem fremden Modus noch nett (leider hab ich da noch keine coole gefunden, deshalb müsst ihr euch die einmal denken...)

Der zweite Teil ist dann wieder perkussiv, jedoch ohne Beserl. Hier wollte ich versuchen, Akkorde hinzulegen und dann einen Rhythmus drunter zu legen,...quasi Berlin-Elektro für Solo-Cello + Ambient Geräusche von einem Altsaxophon!

Der Titel des Stückes ist auch noch eine lustige Geschichte: Ich war ja in Abu Dhabi auf einem Culture Summit, wo sehr viele tolle Künstler waren. Unter anderem durfte ich mit einem Musiker aus West-Java spielen, Ade Suparman! Das war ein riesen Spaß, ich hab noch nie Gamelan Musik gespielt und er war sehr geduldig mit meiner "westlichen" Herangehensweise an Musik. 
Jedenfalls war beim Konzert ein Bildschirm hinter uns aufgebaut der unsere Namen eingeblendet hat. Und irgendwas scheint da mit Autocorrect schiefgegangen zu sein, es stand nämlich "Superman / Sanitizer" statt "Suparman /Sainitzer" dort. Schweinekomisch, Sanitizer heißt nämlich auf Englisch "Reinigungsmittel". 

Alles Liebe,
Clemens

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Sunday Song #28 - Abu Dhabi 720

Ich bin grad eben in Abu Dhabi angekommen, ich darf hier auf einem Kulturkongress spielen!
Ich hab mein Carbon-Cello mitgenommen, das ich in ein flightcase gepackt habe und einfach als Übergepäckstück aufgegeben habe...bevor ich das Instrument in diesen Koffer gegeben habe, hab ich die Saiten etwas verstimmt, dass der Druck auf den Steg nicht zu hoch ist.
Und angekommen in AbuDhabi war es eben wahllos verstimmt.

Und diese Stimmung habe ich als Ausgangspunkt für den heutigen Song genommen. Wieder mehr eine Improvisationsanleitung, aber es war die Woche sehr viel los und wenig Zeit zum komponieren...und verzeiht, man sieht meine Hand und mein Handy...leider kein Scanner weit und breit :)

Bussi aus Abu Dhabi!

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Sunday Song #27 - Hide the EGGS!

Frohe Ostern! Frohstern!

Es gibt ja manchmal nichts schöneres, als sich mit der Pentatonik zu spielen. Am Cello liegt die G-Pentatonik besonders gut, mit Leersaiten und Doppelgriffen etc.
Und wie ich schon einmal erklärt habe, gefällt mir Folkmusic aus Amerika. Voila, ein österlicher SundaySong mit Folkanstrich ist entstanden!
Wobei: leider heute wieder nur eine kleine Skizze, ich war über die Ostertage sehr faul und hatte überhaupt keine Lust irgendetwas zu machen. Solche Tage braucht man auch :)

Genießt den Frühlingsbeginn!
Alles Liebe!

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Sunday Song #26 - Aleatorischer Apfelstrudel

#26, also die Hälfte ist erreicht! 

Der heutige Sunday Song stellt ein Novum dar: ich habe nämlich heute ein Konzert gespielt und den Song von meinem Publikum schreiben lassen. Ich habe sie gebeten auf einen Zettel einen Notenwert, einen Notennamen und ihre Lieblingswort zu schreiben. Dann in einer wahllosen Reihenfolge habe ich die Noten+Notenwerte aufgeschrieben und die Nummer im Rahmen des Konzerts gleich gespielt! Ha!
Und was für ein toller Abend das war heute! Sehr liebe Menschen, die aufmerksam und mit Witz zugehört haben...das war wirklich schön! Es sind auch alle, die mitkomponiert bzw. mitgehört haben auf dem Notenblatt zu finden. Sollte der Song durch die Decke gehen und einen Amadeus gewinnen wird die AKM Abrechnung für alle Mitkomponisten super ausfallen :)

Für alle die wissen wollen, was Aleatorik ist bitte hier: https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_A/Aleatorik.xml

Gehabt euch wohl ihr lieben Menschen!

Bis nächste Woche,
Clemens

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Sunday Song #25 - Hy! Nice to meet you. I'll be your guide through this Improvisation. Don't panic, nothing will happen to you

Bevor ich mich dazu entschlossen habe, Musiker zu werden, wollte ich eigentlich eher in die bildenden Künste gehen, genauer wollte ich Comic-Zeichner werden. 
Tja, daraus ist dann nichts geworden und eigentlich bin ich sehr dankbar, dass alles so gelaufen ist, wie es gelaufen ist. Trotzdem haben mich Comics nie ganz los gelassen und, auch wenn ich jetzt absolut kein Experte bin, habe ich gerne diese Hefte- und Bücher in der Hand. 
Ich wollte mit dem Sunday Song #25 diese zwei Welten ein bisschen verbinden, die musikalische und die gezeichnete (und bitte urteilt nicht zu hart über mein Gezeichne, ich bin etwas aus der Übung...).

Das Stück ist für Cello Solo und stellt ein bisschen die Verarbeitung der letzten Wochen dar. Im Rahmen der Porgy Stage Band war Sylvie Courvoisier zu Gast, eine Musikerin, die ich schon lange verfolge und die bereits mit spannenden Cellisten (Vincent Courtois, Erik Friedlander et.al.) zusammen gearbeitet hat...also für mich eine große Ehre und Herausforderung jetzt deren Cello-Parts zu übernehmen! Aber neben der Challenge war es auch eine sehr spannende und inspirierende Zeit mit Sylvie. 

Achja: ich bin grade auf Tour und habe leider keinen Scanner zur Verfügung. Das heißt, dass ich die Noten mit dem Handy abfotographiert habe und deshalb die Qualität etwas zu wünschen übrig lässt, bitte verzeiht!

Juhu, das wars von meiner Seite!

Alles Liebe und Gute :)

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Sunday Song #24 - A Day in the Life of a Rubber chicken

Stück für Cello und "rubberchicken", also Gummi-Huhn. Weil einfach alles besser ist mit einem Gummi-Huhn.

Das Stück gliedert sich in drei Teile. Der erste ist ein Bluesiger Groove in F, darauf folgt ein "klassischer" Unisono-Teil, der sich um d-moll dreht. Der dritte Teil (bei dem bin ich mir gar nicht so sicher, ob es den braucht...) ist der "Pop-Teil" mit einer gängigen Pop-Akkord-Bewegung (I V VI IV).
Das Huhn hat einen eigenen Notenschlüssel (haha) und ist auch im zweiten System extra notiert...

Beim klassischen Unisono-Teil soll es evtl. auch Platz für Live-Elektronik geben. Mein Plan ist es, das Huhn aufzunehmen, zu samplen und es dann mit Delays, Halls und anderen Effekten zu verfremden und so das relativ limitierte Klangspektrum des Huhns zu erweitern. Mal sehen :)

Schönen Woche!

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Sunday Song #23 - Patent Pending

Ich habe ja im Zuge meiner Ausbildung auch zwei Jahre Klavier gelernt. Ich liebe das Instrument SEHR, bin aber leider nicht im Stande es wirklich "verlässlich" zu spielen...also darauf herum nudeln: ja. Musik sinnvoll erfassen und auf Wettkampfniveau wiedergeben: nein.
Deshalb ist für mich Schreiben am Klavier bzw. für das Klavier immer eine Herausforderung, weil ich sehr schnell in meine alten Muster hineinfalle (sprich die Sachen spiele, die ich bereits kann). Außerdem muss ich mir in kleinstarbeit leiwande Akkorde zusammen suchen und die in time zu spielen ist dann auch wieder recht schwer undundund...

Nichtsdestotrotz ist der aktuelle Sunday Song für Cello und Klavier. Da gibt es natürlich in der Klassik sehr viele tolle Sonaten und Stücke für Cello und Klavier. Aber auch in der improvisierten bzw. "jazzigen" Richtung: Eugene Friesens' "Shadowplay" und natürlich das Trio Reijseger/Graewe/Hemingway. 
 

Mein Stück entstand aus der 7/8-Cello-Figur, die ich schon lange spiele. Das A, das in halben Tönen über dem 7/8 liegt ist eigentlich durch einen Irrtum entstanden...ich hab beim Schreiben der Partitur vergessen, eben dieses A in der Klavierstimme rauszustreichen und bei der Wiedergabe hat es das einfach mit gespielt. Das hat mir gefallen und ich hab die Verschiebung gleich integriert.  
Das Solo soll, anders als das Thema, sehr ruhig. sphärisch und geräuschhaft beginnen, sich dann aufbauen und wieder ins Thema führen.

So, ich geh mir jetzt einen Pianisten suchen und probier das aus :)

Schönen Wochenstart!!

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Sunday Song #22 - V60 (the one for the coffeemaker)

Ich bin ein großer Cafeliebhaber...oft freue ich mich schon am Abend, wenn ich schlafen gehe auf die tolle Tasse Cafe am nächsten morgen! Jetzt verwende ich aber keine Maschine sondern einen V60-Filterhalter. Das heißt ich mahle jeden Tag in der Früh frisch meinen Cafe mit einer Handmühle, koche Wasser auf und mach mir so einen super tollen Filtercafe. 
Viele Leute empfinden das vielleicht als zu langwierig oder umständlich, nimmt doch die Herstellung einer Tasse Cafe ungefähr 20Minuten in Anspruch.
Für mich ist es aber ein liebgewonnenes Ritual geworden, das ich gerne zelebriere :) Außerdem kann man mit verschiedensten Cafebohnen, Wassertemperaturen und Mahlgraden die unterschiedlichsten Geschmäcker herausarbeiten, dem Experimentieren sind keine Grenzen gesetzt! 

Der heutige Song ist eine Hymne auf meine Cafe"Maschine". Das Thema hab ich schon etwas länger im Kopf, aber nie Gelegenheit gehabt, es in den richtigen Kontext zu setzen...bei diesen winterlichen Temperaturen habe ich oft an die Wärme, Sommer und Sonnenschein gedacht und TADA plötzlich war es da, das Latin-Pattern am Cello :) Es ist ein Tune für Streichtrio, also Bass, Cello, Violine.

Habt eine schöne Woche!

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Sunday Song #21 - Dogs and their love of sticks

Die Minimalmusic (von Philip Glass, Steve Reich etc.) hatte auf mich (wie auf viele meiner Kollegen) einen großen Einfluss. Vor allem Glass' Klaviermusik hat auf mich einen großen Eindruck gemacht. Einerseits die harmonisch/melodische Komponente des "Schönklangs", andererseits der rhythmische Aspekt von sich leicht verändernden Patterns, die in ständiger Wiederholung einen interessanten, meditativen Zustand auslösen. (Ich hab mir einmal die ganze Oper "Einstein on the Beach" mit Kopfhörern am Stück reingezogen, mir ist es sehr anders gegangen danach).
Die Minimalmusic ist ja mittlerweile im Mainstream angekommen, jede zweite Werbung in der Karotten in Zeitlupe durchs Bild fliegen ist mit melancholischer, repetitiver Klaviermusik unterlegt und am liebsten möchte man weinen, weil es so schön ist. 

Ich habe mir überlegt, ob ich diese Art der Minimalmusic auch am Cello spielen kann. So ist das untere Stück entstanden. 
Ich habe es in zwei Systeme geschrieben, obwohl es für ein Cello geschrieben ist. Ich will nämlich zwischen "Melodie" und "Begleitung" unterscheiden, da in den offnen Parts die Melodie verändert werden soll, die Begleitung aber gleich bleibt.

UND außerdem ist das Stück für 5saitiges Cello geschrieben, ich habe nämlich gerade ein solches zum Ausprobieren da, danke an Raphael Preuschl dafür :) und gerade die tiefe F-Saite macht hier extrem viel Spaß und wumst ordentlich :)

Bis nächste Woche!

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Sunday Song #20 - I always wanted to be a drummer

Nummer 20 ist wieder ein Stück für Solo Cello! Der Titel ist eigentlich eh selbst erklärend. Das Cello wird wieder zum Percussion instrument, der rechte Fuß spielt Bassdrum bzw. haut kräftig auf den Boden. Auch die Töne sollen nur mittels Daumenslap angeschlagen werden.

Leider ist der Song nicht ganz ausgereift, ich bin grad auf Tour und es geht ziemlich rund, da bleibt leider wenig Zeit zum Komponieren...aber immerhin!

Take care und bis nächste Woche!

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Sunday Song #19 - Three Movements for Trio

so!

Die Besetzung Violine/Cello/Bass interessiert mich schon sehr lange, es gibt da bereits viele spannende Bands, das Arcado String Trio oder das Masada String Trio sind da (für mich) am wichtigsten.
Jetzt habe ich mir gedacht, wie ich diese Besetzung für mich am besten nutzen kann. Wie bereits bei einem älteren SundaySong erwähnt bin ich ja ein großer Freund der musikalischen Freiheit; jede Mitmusikerin und Mitmusiker soll und darf mit seiner individuellen Musikalität ans Werk gehen und soll selbst entscheiden, was wann wie passieren soll (wer bin ich, dass ich das vorgeben soll?).
ANDERERSEITS wäre auch eine Verbindung dieser zwei Welten der Freiheit und der Struktur recht spannend...es muss doch einen Weg geben, improvisierte Songs zu schreiben, in denen Struktur und Freiheit nebeneinander stehen und gleichwertige Teil sind...?

Auftritt des Improvisations-Konzepts. *Applaus*
(Das ist ja, finde ich, eigentlich ein blödes Wort - Konzepte für eine im Moment zu entstehenden Sache. Aber - und das ist das tolle -) Mit diesen Konzepten kann man die Grundstruktur einer Improvisation ganz gut festhalten bzw. vorgeben ohne all zu sehr in den musikalischen Fluss einzugreifen.

Also habe ich für diese Trio-Besetzung drei "Movements" geschrieben, die die Grundidee der Improvisation abstecken, aber keine allzu direkte Aussage über das musikalische Material machen. Neben zwei tonal und rhythmisch freien Sätzen findet sich auch ein rhythmischer (mit Tempoangabe). Ich will nämlich auch, dass mit dieser Besetzung gegroovt und soliert werden kann, das macht mir nämlich Spaß :)
Diese Konzepte sollen (für die Zukunft) alles beinhalten können: Basslinien, Melodien, Akkordwechsel, Stimmungen...je einfacher die Zelle ist, von der aus improvisiert wird, desto spannender! Vielleicht als improvisatorische Grundlagen Forschung?

Zur Entstehung ist anzumerken, dass zwei dieser Sätze aus Improvisationen mit zwei anderen, tollen Musikern entstanden sind (you know who you are!), mit denen ich gedenke weiter zu jammen und zu spielen (so sie denn möchten).

Zu den einzelnen Sätzen:
Beim Ersten geht es darum, ein frei improvisiertes "Thema" festzulegen, von dem aus improvisiert wird bzw. zu dem am Ende wieder zurück gekehrt werden soll. 

Zweiter Satz ist "der langsame" bei dem Cello und Violine die Begleitung eines Bass-Solos vornehmen.

Dritter Satz, der "außeschmeißer", soll richtig leiwand abgehen mit einem freien Teil in der Mitte. Als Thema soll wieder der Groove vom Beginn gespielt werden.

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Sunday Song #18 - Lincoln in the Bardo

Inspiration für diesen Song waren zwei Dinge:

1) mein aktuelles Buch, mit dem ich gerade fertig geworden bin, war "Lincoln in the Bardo" von George Saunders. Es ist ein sehr poetisches, sehr schönes und eindrucksvolles Ding, bitte unbedingt lesen, wenn ihr Zeit findet. Es handelt von Abraham Lincoln, dessen Sohn Willie während seiner Zeit als Präsident und mitten während des Bürgerkriegs stirbt. Das Ganze ist aber nur Ausgangspunkt für eine märchenhafte Erzählung über Tod, Liebe und Vergebung...und noch dazu sprachlich und stilistisch wirklich spannend gelöst...ich will nicht zu viel verraten, aber mich hat das Buch sehr eingenommen und beschäftigt (tut es immer noch).

2) Beim letzten Konzert im Porgy mit der Stageband durfte ich eine freie Intro zu einem Stück spielen. Das war für mich sehr aufregend, weil ich mit meinem Vorspiel die Stimmung für das folgende Stück etablieren darf...und außerdem ganz allein vor vielen Menschen, juhui! Beim Spielen der Improvisation ist mir plötzlich ein Bild bzw. eines Szene aus dem Buch ins Hirn geschossen,...es passiert mir jetzt nicht so oft, dass ich während des Spielens konkrete Bilder oder Situationen vor meinem geistigen Auge sehe. 
Deshalb habe ich eben diese Improvisation niedergeschrieben bzw. rekonstruiert um ihr eine etwas längere Lebensdauer zu verschaffen!

Alles Liebe und bis nächste Woche!

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Sunday Song #17 - Wrong Place

Dieser Sunday Song ist mehr eine Idee als ein fertiger Song,...leider. 
Die letzte Woche war recht arbeitsintensiv mit Proben und üben daheim. Da bleibt leider recht wenig kreative Energie fürs Komponieren über.

Nichts destotrotz: ein Stück für Cello-Solo! Die Grundidee ist ein Pattern im 7/8 und 8/8 Takt. Gepaart mit den Pull-Offs (also den Finger nach dem Anschlag der Saite von selbiger Saite ziehen und damit selbige Saite noch einmal anschlagen) ergibt sich ein schöner Teppich an Sound. Es bedarf natürlich noch der fertigen Ausarbeitung, bis es ein fertiges Stück ist...kommt bestimmt, versprochen!! Die Idee ist jetzt einmal, dieses Pattern durch verschiedene Tonarten/Akkorde zu jagen und zu schauen, was sich gut ausgeht.

Grade hadere ich persönlich etwas mit mir selbst, musikalisch, persönlich blablabla (ich schiebe sehr viel davon auf die Jahreszeit)...oft habe ich das Gefühl, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, deshalb auch der Titel :) Also ein Stück für alle, die sich grad nicht auskennen. 
Lustigerweise hat mir aber das Entdecken dieser fragmentarischen Komposition sehr viel Freude bereitet und mich irgendwie wieder an den richtigen Ort geführt...also sollte er dann "Right Place" heißen?...Hm, genug des trübsinnigen Filohsophfierens, auf zu neuen Taten!

Bis nächste Woche!!

 

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Sunday Song #16 - I'll burn your fucking house down

PUNK!

Aus einer freien, recht lauten Improvisation ist die Idee für diese Impro-Anleitung entstanden. Einfach los, scheißdrauf. 
Die coolste Besetzung wäre Stromgitarre, Schlagzeug und Cello.

Ich hab nämlich seit kurzer Zeit ein super Overdrive Pedal...es ist gar nicht so einfach, gute Drive-Pedale für Cello zu finden, viele führen den Sound recht weit weg von dem, was ich mir vorstelle! Aber mit dem kann ich auch endlich laut und verzerrt spielen, ein Kindheitstraum geht in Erfüllung! Außerdem find ich es manchmal sehr heilsam für Hirn und Ohr so richtig die Sau rauszulassen, lautstärkemäßig und energetisch.

Ich ertappe mich oft dabei, dass ich alles, was ich komponiere, schreibe oder spiele sofort auf den Seziertisch lege und schlecht mache..."das ist schlecht", "Das ist nicht innovativ!", "Das ist nicht kreativ!", "Wieso machst du das überhaupt".

Diesen meinen Gedanken ist das Stück gewidmet!

Alles Liebe,
Clemens

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Sunday Song #15 - Oh, Inspiration, where art thou?

Dieser 15te Sunday Song war eine interessante Wegstation für mich. Ich hatte nämlich, wie der Titel verrät, keine wirklich gute Idee. Irgendwann ist mir dann auch die Woche zu kurz geworden, andere Sachen waren wichtiger und die paar Ideen die ich hatte waren irgendwie komisch.
Aber das Spiel heißt ja "komponiere jede Woche einen Song" und so da also ist er jetzt - und er gefällt mir nicht.
Die Besetzung Mandoline/Cello ist ja schon recht spannend, aber irgendwie...Inspiration, where art thou?!?!

Ich mag es sehr gerne, wenn eine Idee reifen kann, und sei es nur über eine Woche. In meinem Kopf verschiedene Szenarien durchspielen, was wann wer spielen könnte, dann wieder etwas niederschreiben, dann weiter drüber nachdenken, am Instrument spielen etc. Das ist mein Kompositionsprozess, der manchmal länger dauert.
Und natürlich auf einer guten Grundidee aufbaut. 

Aber ja, so ist es!

Schöne Woche euch und bis nächsten Sonntag!
 

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Sunday Song #14 - Emmerich

"Emmerich" ist ein minimal-music Stück für Cello. MinimalMusic (also Philipp Glass, Terry Riley und wie sie alle heißen) gefällt mir schon sehr lange und hat einen großen Einfluss auf meine Musik.
Ich bin über Silvester mit Freunden in einem Haus am Land und dort gibt es einen Raum, der einen sehr langen Hall hat. In diesem Raum ist das Stück hier entstanden.

Ich wünsche euch allen ein gutes Jahr 2018!

Bis nächste Woche,
Clemens

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Sunday Song #13 - Full Circle

Weihnachten verkommt ja zusehends zu einem konsumaufgeladenen Fressgelage mit heimeliger Farbe angemalt...aber ich will mich hier jetzt gar nicht aufregen, das haben andere Menschen schon viel wortgewandter geschafft.

Ich mag Weihnachten eigentlich sehr gerne. Und der Weihnachts-Sunday-Song ist mein Versuch, meine Gedanken zu diesem Fest (das ja eigentlich ein recht stilles ist) festzuhalten!

Euch allen, die das hier lesen und meinen Weg durch die Welt der Kompositionen verfolgen, wünsche ich von Herzen alles Gute!

Alles Liebe,
Clemens

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Sunday Song #12 - Do I hear a Gospel, for EF

Im Februar vor zwei Jahren hatte ich die Gelegenheit, nach New York zu reisen und länger dort zu verweilen...einmal alles so richtig anschauen, Konzerte hören, U-Bahn fahren und die Stadt nicht nur als reiner Wochentourist kennenlernen. Natürlich hatte ich mein Cello dabei und bin auf Sessions gegangen und habe Leute angeschrieben, ob sie Jammen wollen (das geht in New York recht einfach, die sind alle sehr lieb).
Und da hatte ich auch die Gelegenheit den tollen Cellisten Erik Friedlander zu treffen. Wir haben uns lange übers Cello, Cellosaiten und Komponieren unterhalten und auch viel gespielt.
Gerade beim Cello ist es nämlich so, dass man die Musikerinnen und Musiker, die abseits der Klassik unterwegs sind, wirklich suchen muss...als Jazzsaxophonist hat man eine lange Liste an Ahnen, verschiedenste Stile und man kann sich aus allen Ecken und Enden bedienen...genauso als Pianist, Schlagzeuger, Sänger etc.
Als Cellist sieht die Lage da anders aus! Natürlich gab und gibt es viele Menschen, die dieses Instrument in andere musikalische Kontexte gebastelt haben, aber bei weitem nicht so viele...

Deshalb war dieses Treffen mit Erik Friedlander so wichtig und spannend für mich, weil er auf meiner kurzen Liste an Cello-Menschen sehr weit oben gestanden ist :)

Der heutige Sunday Song ist deshalb ein kleines "Tribute" an Friedlander! Seine tolle CD "Block Ice & Propane" besteht nur aus Cello-Solo-Songs und ist mir seit Jahren ein steter Wegbegleiter! Hört sie euch mal an, bitte! Passt auch ein bisschen zu Weihnachten, die Musik :)

"Do I Hear A Gospel" ist ein Thema, bestehend aus A und B Teil. Grade der B-Teil hat mich irgendwie an Gospel-Musik erinnert, keine Ahnung ob zu Recht oder warum, aber egal!

Das Solo ist offen, es soll aber so stattfinden, dass auf den unteren zwei Saiten in C-dorisch, auf den oberen zwei in C7#11b13 soliert wird...es treffen quasi zwei "Modi" bzw. Skalen aufeinander. Die Idee finde ich recht spannend, weil sich dadurch ganz andere Melodien und Akkorde ergeben. Außerdem führt es zu einem veritablen Hirnwurm beim Üben, das ist auch ganz lustig :)

Schönen Restadvent und bis nächste Woche,
Clemens

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Sunday Song #11 - No Shellac

Nummer 11! oh, wow, es geht dahin :)

Ein Cello-Solo-Stück,..ich bin vor einiger Zeit draufgekommen, dass es leiwand und funky klingt, wenn ich mit meinem Zeigefinger-Nagel der rechten Hand pizzicato Passagen spiele; quasi wie mit einem Gitarren-Plektrum! Und die Nummer heute bedient sich dieser Technik.

Der Titel kommt aus der Welt der Schönheitskosmetik: Ich habe mir sagen lassen, dass ein Überzug, der die Nägel vor Zerstörung schützt "Shellac" heißt. Und da bei diesem Stück die Nägel in Mitleidenschaft gezogen werden, dachte ich mir "No Shellac"!

Die 16tel-Noten ohne Kopf sind rein perkussiv gespielt, durchgeschlagene 16tel...eh wie bei der Funkmusik.

Schönen zweiten Adventsonntag (oh, wow, es geht dahin), und bis nächste Woche!

Alles Liebe,
Clemens

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