Clemens Sainitzer

Cellist/Composer/Improviser

Sunday Song #38 - My little dot

Die Idee zu diesem Sunday Song ist aus einer einfachen, recht poppigen Akkordfolge und mit dem Rumspielen mit einem Delay-Pedal entstanden.

Ein Delay ist wie ein Echo, es wiederholt den gespielten Ton etwas leiser und rhythmisch versetzt. Und genau diesen Effekt soll man hier akustisch, ohne delay-pedal erzeugen. Die Grundtöne der Akkorde werden im Laufe des Themas immer wieder verschoben bzw. auf anderen Zählzeiten gespielt. So entsteht ein frei fließendes Klangbild. 

Der B Teil widmet sich wieder vermehrt der Delay Idee und im C Teil wird es (ENDLICH) rhythmisch mit Cello-Perkussion. 

Schönen Wochenstart und bis nächste Woche :)

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Sunda Song #37 - Just Like Rain/Last Song in a Room

Dieses Sunday Song Projekt ist ja auch ein bisschen ein Tagebuch für mich. Jeder Song repräsentiert eine Woche in meinem Jahr, natürlich erinnere ich mich so an selbige Wochen.
Das ist eigentlich ein sehr schöner Nebeneffekt dieser Aktion :) 

Dieser Song hier ist entstanden, weil mein guterguter Freund und Musikerkollege umzieht. Letzte Woche haben wir noch einmal geprobt in seinem Musikzimmer und da sind Elemente des dieswöchigen Sunday Songs schon vorgekommen. Die Wohnungen, in denen Freunde leben wachsen ja auch mit/dem Besucher ein bisschen ans Herz, einfach weil man oft dort ist!
Dem Abschied von dieser Wohnung ist dieses Lied gewidmet!

Schöne Woche und bis bald!

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Sunday Song #36 - Trialogo (String3Version)

Eine Komposition von György Ligeti für Solo-Cello ist Ausgangspunkt dieser Komposition. Eigentlich habe ich das Stück für mein Trio "Artreju" geschrieben, aber aus gegebenem Anlass hab ich es für Streichtrio (Bass, Cello, Geige) umgeschrieben!

Zu hören gibt es das Stück auch

HEUTE ABEND, 20UHR SIEBENSTERN, 1070 WIEN!

Kommt vorbei! Dieser und auch andere Kompositionen von mir wird es zu hören geben :)

Schönen Sommerwochenstart!

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Sunday Song #35 - Searching for Oasis (for Abdul Wadud)

Es gibt ja wie bereits einmal erwähnt nicht allzu viele "Jazz" Cellisten, bzw. Cellisten, die sich der improvisierten Musik annehmen. 

Einer dieser Cellisten ist Abdul Wadud. Jeder von euch, der ihn nicht kennt, bitte hört ihn euch an! Vor allem sein Soloalbum "By Myself" ist absoluter Wahnsinn. Die erste Nummer, "Oasis", wird hier zitiert...ich habe das tuning des Cellos heruntergehört und die Basslinie, mit der Wadud das Stück beendet.
Es soll eine Hommage an Wadud sein, der durch seinen eigenwilligen Stil und seine Kreativität maßgebliche Techniken und Spielweisen gefunden, eingeführt und vorweggenommen hat. Ohne ihn wäre ich sicherlich ein anderer Cellist, ein anderer Musik geworden!

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Sunday Song #34 - Allentsteig

Allentsteig ist ein Dorf im Waldviertel. Ich war dort Anfang Mai für einen Tagesausflug und es war sehr schön. Neben dem Idyll gab es auch etwas trauriges, melancholisches für mich dort...sehr schwer zu beschreiben, deshalb (ich als Musiker) hab ich auch ein Stück geschrieben :)

Die "Kernidee" waren die Quinten der Leersaiten am Cello, das klingt sehr erhaben und ruhig, wenn man die so liegen lässt, finde ich. Das Stück entwickelt sich dann weiter zu einer getragenen Melodie mit Bordun.Leersaite. Die Doppelgriffe verdichten sich immer weiter, bis dann beim Solo die Aufgabe darin besteht, mit den Doppelgriffen auch harmonisch aus dem D-moll-See auszubrechen. 
Die Komposition hat sich eigentlich wie von selbst geschrieben, vieles davon soll und wird auch in der Verarbeitung bzw. im Solo passieren.

Schönen freien Pfingstmontag und bis nächste Woche!

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Sunday Song #33 - Exultation for Cello and Alto Saxophone

Wieder viel los gewesen diese Woche...leider sehr wenig Zeit für irgendetwas, aber egal, das Spiel heißt "jede woche einen song".

"Exultation" heißt ein altes, amerikanisches Kirchenlied, dass mir sehr gut gefällt. Ich will jedoch hier nicht schon wieder das "Folk/Bluegrass" Fass aufmachen, sondern dieses Lied experimenteller gestalten. 
Nach dem Thema kommt das Solo, das gemeinsam ohne Time gestaltet wird...die Akkorde sind nur ein Grundgerüst, um das alles andere möglichst organisch entstehen soll. 
Die ganze Geschichte sollte recht expressiv und energetisch enden, am Besten mit ordentlich viel krach und geschmiere...

Schöne Woche und bis dann!

Sunday Song #32 - We are all just visitors here (Music for a tram ride from 1906)

Ich beschäftige mich in letzter Zeit sehr viel mit Vergänglichkeit, Tod und Veränderung. Das klingt jetzt vielleicht etwas drastisch, es ist aber alles in Ordnung bei mir, keine Angst :) 
Der heutige Sunday Song ist inspiriert von einem Video, das auf Facebook einmal herum kursiert ist. Es zeigt eine Straßenbahnfahrt aus dem Jahr 1906, sehr lustig. Die Bahn fährt noch auf der "falschen" Seite des Rings, die Leute fahren in Kutschen an der Straßenbahn vorbei und haben lustige Gewänder an. Trotzdem sieht man im Zuge dieser Bahnfahrt das Burgtheater, die Oper, den Volksgarten (den Garten, nicht den Club) etc. Mir sind diese Bauwerke als Wiener natürlich vertraut, ich bin schon oft die selbe Strecke um den Ring gefahren.
Das Video zeigt ein Stück Alltag aus einer Zeit vor dem ersten Weltkrieg, aus einer Zeit vor meiner eigenen Existenz (und der meiner Eltern und Großeltern). Ich fand es sehr berührend, dieses Video. 
Der erste Gedanke, der mir durch den Kopf geschossen ist war: Wir sind alle nur zu Besuch hier. Die Stadt, mit ihren Bauwerken am Ring dient als sich ständig ändernde Kulisse für ein sich ständig änderndes, austauschendes Schauspieler Ensemble, das, beeinflusst von Umständen, Begebenheiten und Strömungen der Zeit, durch sie (die Stadt) stolpert. 
Und ich, als Mensch des 21. Jahrhunderts, kann, in meinem Zimmer sitzend, in meinen Laptop schauend, eine Zeitreise machen, und die Menschen aus dem Jahr 1906 zumindest anschauen.
Es klingt jetzt vielleicht naiv, aber das ist eigentlich wirklich irre!

Die Musik ist für Cello und Schlagzeug. Sie ist in "Runden" bzw. "Cycles" aufgeschrieben. Meine Idee war, dass sich pro Runde das musikalische Material ändert. Wie Runden einer Straßenbahn!


Ich verlinke das Video hier weiter unten, dann könnt ihr euch es selber anschauen :)

Sunday Song #31 - The Idea

Diese Woche hatte ich überhaupt keine Zeit, Lust, Energie oder Idee, was ich machen soll. Eigentlich ist mir dieses doofe Sunday Song Ding schon sehr auf die Nerven gegangen. 
Tja, aber so ist es nun einmal mit selbst auferlegtem Zeugs: manchmal ists eben auch wirklich schei**e.
Und dann habe ich mich heute kurz hingelegt und bin auf der Couch eingeschlafen. Beim Aufwachen war ich dann in diesem lustigen Dämmerzustand, da wo man sich einbildet Dinge wahrzunehmen, die gar nicht da sind. Ganz lustig eigentlich.
In diesem Zustand hatte ich den heutigen Sunday Song dann vor Augen. Wie toll es nicht wäre, wenn man ein Helferlein hätte, das einem auf die Sprünge hilft mit einer Idee. Ich habe mein gesamtes Zeichentalent zusammen genommen, und #31 mehr schlecht als recht realisiert. Lustigerweise ganz ohne einen Ton zu notieren. 
Tja, um die Musik soll sich dann wer anderer kümmern :)

Schönen Wochenstart!

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Sunday Song #30 - The one where Mary walks by

Wieder eine Improvisation für Streichtrio...diesmal basierend auf einem meiner Lieblingslieder, "Maria durch ein Dornwald ging". 
Die Melodie ist mir wahrscheinlich grade wegen des plötzlichen Sommereinbruchs eingefallen (wegen Weihnachten...).
"Maria durch ein Dornwald ging" soll aber hier nicht 1:1 gespielt werden. Wie der Titel schon verrät, soll Maria nur beiläufig vorbei spazieren, die Melodie also höchstens zitiert oder sonst irgendwie verarbeitet werden. Wie das klingt: keine Ahnung, es muss wohl bald ausprobiert werden :)
Die Basslinie, die dann für weitere Ausflüge herhalten soll, ist mir schon vor einiger Zeit eingefallen. Mit gefällt die recht große Range am Instrument (am Cello deckt sie alle vier Saiten ab) und der Umstand, dass sie bewegt und ruhend zugleich ist. 

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Sunday Song #29 - Superman Sanitizer

Ich habe mir vor kurzem zwei Cajon-Beserln gekauft...ich wollte nämlich ausprobieren, wie das klingt, wenn ich damit auf dem Corpus des Carboncellos selber den Rhythmus spiele.
Es klingt recht gut, vor allem ist es cool, wenn ich dazu in der linken Hand noch eine Basslinie tappe. Das Ganze soll dann ungefähr nach HipHop klingen. Dazu wäre eine eigenartig-kantige Melodie in einem fremden Modus noch nett (leider hab ich da noch keine coole gefunden, deshalb müsst ihr euch die einmal denken...)

Der zweite Teil ist dann wieder perkussiv, jedoch ohne Beserl. Hier wollte ich versuchen, Akkorde hinzulegen und dann einen Rhythmus drunter zu legen,...quasi Berlin-Elektro für Solo-Cello + Ambient Geräusche von einem Altsaxophon!

Der Titel des Stückes ist auch noch eine lustige Geschichte: Ich war ja in Abu Dhabi auf einem Culture Summit, wo sehr viele tolle Künstler waren. Unter anderem durfte ich mit einem Musiker aus West-Java spielen, Ade Suparman! Das war ein riesen Spaß, ich hab noch nie Gamelan Musik gespielt und er war sehr geduldig mit meiner "westlichen" Herangehensweise an Musik. 
Jedenfalls war beim Konzert ein Bildschirm hinter uns aufgebaut der unsere Namen eingeblendet hat. Und irgendwas scheint da mit Autocorrect schiefgegangen zu sein, es stand nämlich "Superman / Sanitizer" statt "Suparman /Sainitzer" dort. Schweinekomisch, Sanitizer heißt nämlich auf Englisch "Reinigungsmittel". 

Alles Liebe,
Clemens

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Sunday Song #28 - Abu Dhabi 720

Ich bin grad eben in Abu Dhabi angekommen, ich darf hier auf einem Kulturkongress spielen!
Ich hab mein Carbon-Cello mitgenommen, das ich in ein flightcase gepackt habe und einfach als Übergepäckstück aufgegeben habe...bevor ich das Instrument in diesen Koffer gegeben habe, hab ich die Saiten etwas verstimmt, dass der Druck auf den Steg nicht zu hoch ist.
Und angekommen in AbuDhabi war es eben wahllos verstimmt.

Und diese Stimmung habe ich als Ausgangspunkt für den heutigen Song genommen. Wieder mehr eine Improvisationsanleitung, aber es war die Woche sehr viel los und wenig Zeit zum komponieren...und verzeiht, man sieht meine Hand und mein Handy...leider kein Scanner weit und breit :)

Bussi aus Abu Dhabi!

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Sunday Song #27 - Hide the EGGS!

Frohe Ostern! Frohstern!

Es gibt ja manchmal nichts schöneres, als sich mit der Pentatonik zu spielen. Am Cello liegt die G-Pentatonik besonders gut, mit Leersaiten und Doppelgriffen etc.
Und wie ich schon einmal erklärt habe, gefällt mir Folkmusic aus Amerika. Voila, ein österlicher SundaySong mit Folkanstrich ist entstanden!
Wobei: leider heute wieder nur eine kleine Skizze, ich war über die Ostertage sehr faul und hatte überhaupt keine Lust irgendetwas zu machen. Solche Tage braucht man auch :)

Genießt den Frühlingsbeginn!
Alles Liebe!

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Sunday Song #26 - Aleatorischer Apfelstrudel

#26, also die Hälfte ist erreicht! 

Der heutige Sunday Song stellt ein Novum dar: ich habe nämlich heute ein Konzert gespielt und den Song von meinem Publikum schreiben lassen. Ich habe sie gebeten auf einen Zettel einen Notenwert, einen Notennamen und ihre Lieblingswort zu schreiben. Dann in einer wahllosen Reihenfolge habe ich die Noten+Notenwerte aufgeschrieben und die Nummer im Rahmen des Konzerts gleich gespielt! Ha!
Und was für ein toller Abend das war heute! Sehr liebe Menschen, die aufmerksam und mit Witz zugehört haben...das war wirklich schön! Es sind auch alle, die mitkomponiert bzw. mitgehört haben auf dem Notenblatt zu finden. Sollte der Song durch die Decke gehen und einen Amadeus gewinnen wird die AKM Abrechnung für alle Mitkomponisten super ausfallen :)

Für alle die wissen wollen, was Aleatorik ist bitte hier: https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_A/Aleatorik.xml

Gehabt euch wohl ihr lieben Menschen!

Bis nächste Woche,
Clemens

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Sunday Song #25 - Hy! Nice to meet you. I'll be your guide through this Improvisation. Don't panic, nothing will happen to you

Bevor ich mich dazu entschlossen habe, Musiker zu werden, wollte ich eigentlich eher in die bildenden Künste gehen, genauer wollte ich Comic-Zeichner werden. 
Tja, daraus ist dann nichts geworden und eigentlich bin ich sehr dankbar, dass alles so gelaufen ist, wie es gelaufen ist. Trotzdem haben mich Comics nie ganz los gelassen und, auch wenn ich jetzt absolut kein Experte bin, habe ich gerne diese Hefte- und Bücher in der Hand. 
Ich wollte mit dem Sunday Song #25 diese zwei Welten ein bisschen verbinden, die musikalische und die gezeichnete (und bitte urteilt nicht zu hart über mein Gezeichne, ich bin etwas aus der Übung...).

Das Stück ist für Cello Solo und stellt ein bisschen die Verarbeitung der letzten Wochen dar. Im Rahmen der Porgy Stage Band war Sylvie Courvoisier zu Gast, eine Musikerin, die ich schon lange verfolge und die bereits mit spannenden Cellisten (Vincent Courtois, Erik Friedlander et.al.) zusammen gearbeitet hat...also für mich eine große Ehre und Herausforderung jetzt deren Cello-Parts zu übernehmen! Aber neben der Challenge war es auch eine sehr spannende und inspirierende Zeit mit Sylvie. 

Achja: ich bin grade auf Tour und habe leider keinen Scanner zur Verfügung. Das heißt, dass ich die Noten mit dem Handy abfotographiert habe und deshalb die Qualität etwas zu wünschen übrig lässt, bitte verzeiht!

Juhu, das wars von meiner Seite!

Alles Liebe und Gute :)

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Sunday Song #24 - A Day in the Life of a Rubber chicken

Stück für Cello und "rubberchicken", also Gummi-Huhn. Weil einfach alles besser ist mit einem Gummi-Huhn.

Das Stück gliedert sich in drei Teile. Der erste ist ein Bluesiger Groove in F, darauf folgt ein "klassischer" Unisono-Teil, der sich um d-moll dreht. Der dritte Teil (bei dem bin ich mir gar nicht so sicher, ob es den braucht...) ist der "Pop-Teil" mit einer gängigen Pop-Akkord-Bewegung (I V VI IV).
Das Huhn hat einen eigenen Notenschlüssel (haha) und ist auch im zweiten System extra notiert...

Beim klassischen Unisono-Teil soll es evtl. auch Platz für Live-Elektronik geben. Mein Plan ist es, das Huhn aufzunehmen, zu samplen und es dann mit Delays, Halls und anderen Effekten zu verfremden und so das relativ limitierte Klangspektrum des Huhns zu erweitern. Mal sehen :)

Schönen Woche!

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Sunday Song #23 - Patent Pending

Ich habe ja im Zuge meiner Ausbildung auch zwei Jahre Klavier gelernt. Ich liebe das Instrument SEHR, bin aber leider nicht im Stande es wirklich "verlässlich" zu spielen...also darauf herum nudeln: ja. Musik sinnvoll erfassen und auf Wettkampfniveau wiedergeben: nein.
Deshalb ist für mich Schreiben am Klavier bzw. für das Klavier immer eine Herausforderung, weil ich sehr schnell in meine alten Muster hineinfalle (sprich die Sachen spiele, die ich bereits kann). Außerdem muss ich mir in kleinstarbeit leiwande Akkorde zusammen suchen und die in time zu spielen ist dann auch wieder recht schwer undundund...

Nichtsdestotrotz ist der aktuelle Sunday Song für Cello und Klavier. Da gibt es natürlich in der Klassik sehr viele tolle Sonaten und Stücke für Cello und Klavier. Aber auch in der improvisierten bzw. "jazzigen" Richtung: Eugene Friesens' "Shadowplay" und natürlich das Trio Reijseger/Graewe/Hemingway. 
 

Mein Stück entstand aus der 7/8-Cello-Figur, die ich schon lange spiele. Das A, das in halben Tönen über dem 7/8 liegt ist eigentlich durch einen Irrtum entstanden...ich hab beim Schreiben der Partitur vergessen, eben dieses A in der Klavierstimme rauszustreichen und bei der Wiedergabe hat es das einfach mit gespielt. Das hat mir gefallen und ich hab die Verschiebung gleich integriert.  
Das Solo soll, anders als das Thema, sehr ruhig. sphärisch und geräuschhaft beginnen, sich dann aufbauen und wieder ins Thema führen.

So, ich geh mir jetzt einen Pianisten suchen und probier das aus :)

Schönen Wochenstart!!

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Sunday Song #22 - V60 (the one for the coffeemaker)

Ich bin ein großer Cafeliebhaber...oft freue ich mich schon am Abend, wenn ich schlafen gehe auf die tolle Tasse Cafe am nächsten morgen! Jetzt verwende ich aber keine Maschine sondern einen V60-Filterhalter. Das heißt ich mahle jeden Tag in der Früh frisch meinen Cafe mit einer Handmühle, koche Wasser auf und mach mir so einen super tollen Filtercafe. 
Viele Leute empfinden das vielleicht als zu langwierig oder umständlich, nimmt doch die Herstellung einer Tasse Cafe ungefähr 20Minuten in Anspruch.
Für mich ist es aber ein liebgewonnenes Ritual geworden, das ich gerne zelebriere :) Außerdem kann man mit verschiedensten Cafebohnen, Wassertemperaturen und Mahlgraden die unterschiedlichsten Geschmäcker herausarbeiten, dem Experimentieren sind keine Grenzen gesetzt! 

Der heutige Song ist eine Hymne auf meine Cafe"Maschine". Das Thema hab ich schon etwas länger im Kopf, aber nie Gelegenheit gehabt, es in den richtigen Kontext zu setzen...bei diesen winterlichen Temperaturen habe ich oft an die Wärme, Sommer und Sonnenschein gedacht und TADA plötzlich war es da, das Latin-Pattern am Cello :) Es ist ein Tune für Streichtrio, also Bass, Cello, Violine.

Habt eine schöne Woche!

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Sunday Song #21 - Dogs and their love of sticks

Die Minimalmusic (von Philip Glass, Steve Reich etc.) hatte auf mich (wie auf viele meiner Kollegen) einen großen Einfluss. Vor allem Glass' Klaviermusik hat auf mich einen großen Eindruck gemacht. Einerseits die harmonisch/melodische Komponente des "Schönklangs", andererseits der rhythmische Aspekt von sich leicht verändernden Patterns, die in ständiger Wiederholung einen interessanten, meditativen Zustand auslösen. (Ich hab mir einmal die ganze Oper "Einstein on the Beach" mit Kopfhörern am Stück reingezogen, mir ist es sehr anders gegangen danach).
Die Minimalmusic ist ja mittlerweile im Mainstream angekommen, jede zweite Werbung in der Karotten in Zeitlupe durchs Bild fliegen ist mit melancholischer, repetitiver Klaviermusik unterlegt und am liebsten möchte man weinen, weil es so schön ist. 

Ich habe mir überlegt, ob ich diese Art der Minimalmusic auch am Cello spielen kann. So ist das untere Stück entstanden. 
Ich habe es in zwei Systeme geschrieben, obwohl es für ein Cello geschrieben ist. Ich will nämlich zwischen "Melodie" und "Begleitung" unterscheiden, da in den offnen Parts die Melodie verändert werden soll, die Begleitung aber gleich bleibt.

UND außerdem ist das Stück für 5saitiges Cello geschrieben, ich habe nämlich gerade ein solches zum Ausprobieren da, danke an Raphael Preuschl dafür :) und gerade die tiefe F-Saite macht hier extrem viel Spaß und wumst ordentlich :)

Bis nächste Woche!

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Sunday Song #20 - I always wanted to be a drummer

Nummer 20 ist wieder ein Stück für Solo Cello! Der Titel ist eigentlich eh selbst erklärend. Das Cello wird wieder zum Percussion instrument, der rechte Fuß spielt Bassdrum bzw. haut kräftig auf den Boden. Auch die Töne sollen nur mittels Daumenslap angeschlagen werden.

Leider ist der Song nicht ganz ausgereift, ich bin grad auf Tour und es geht ziemlich rund, da bleibt leider wenig Zeit zum Komponieren...aber immerhin!

Take care und bis nächste Woche!

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Sunday Song #19 - Three Movements for Trio

so!

Die Besetzung Violine/Cello/Bass interessiert mich schon sehr lange, es gibt da bereits viele spannende Bands, das Arcado String Trio oder das Masada String Trio sind da (für mich) am wichtigsten.
Jetzt habe ich mir gedacht, wie ich diese Besetzung für mich am besten nutzen kann. Wie bereits bei einem älteren SundaySong erwähnt bin ich ja ein großer Freund der musikalischen Freiheit; jede Mitmusikerin und Mitmusiker soll und darf mit seiner individuellen Musikalität ans Werk gehen und soll selbst entscheiden, was wann wie passieren soll (wer bin ich, dass ich das vorgeben soll?).
ANDERERSEITS wäre auch eine Verbindung dieser zwei Welten der Freiheit und der Struktur recht spannend...es muss doch einen Weg geben, improvisierte Songs zu schreiben, in denen Struktur und Freiheit nebeneinander stehen und gleichwertige Teil sind...?

Auftritt des Improvisations-Konzepts. *Applaus*
(Das ist ja, finde ich, eigentlich ein blödes Wort - Konzepte für eine im Moment zu entstehenden Sache. Aber - und das ist das tolle -) Mit diesen Konzepten kann man die Grundstruktur einer Improvisation ganz gut festhalten bzw. vorgeben ohne all zu sehr in den musikalischen Fluss einzugreifen.

Also habe ich für diese Trio-Besetzung drei "Movements" geschrieben, die die Grundidee der Improvisation abstecken, aber keine allzu direkte Aussage über das musikalische Material machen. Neben zwei tonal und rhythmisch freien Sätzen findet sich auch ein rhythmischer (mit Tempoangabe). Ich will nämlich auch, dass mit dieser Besetzung gegroovt und soliert werden kann, das macht mir nämlich Spaß :)
Diese Konzepte sollen (für die Zukunft) alles beinhalten können: Basslinien, Melodien, Akkordwechsel, Stimmungen...je einfacher die Zelle ist, von der aus improvisiert wird, desto spannender! Vielleicht als improvisatorische Grundlagen Forschung?

Zur Entstehung ist anzumerken, dass zwei dieser Sätze aus Improvisationen mit zwei anderen, tollen Musikern entstanden sind (you know who you are!), mit denen ich gedenke weiter zu jammen und zu spielen (so sie denn möchten).

Zu den einzelnen Sätzen:
Beim Ersten geht es darum, ein frei improvisiertes "Thema" festzulegen, von dem aus improvisiert wird bzw. zu dem am Ende wieder zurück gekehrt werden soll. 

Zweiter Satz ist "der langsame" bei dem Cello und Violine die Begleitung eines Bass-Solos vornehmen.

Dritter Satz, der "außeschmeißer", soll richtig leiwand abgehen mit einem freien Teil in der Mitte. Als Thema soll wieder der Groove vom Beginn gespielt werden.

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